Lauf mein Pferdchen,

lauf geliebter Seelenschimmel!

Galopp! Galopp! Hinfort,

hinauf zum siebten Himmel!

Zum Höchsten hin,

was ein Mensch je zu erreichen vermag!

Galopp! Galopp mein Pferdchen,

bis hin zu dem Tag...

an dem das Ende der Anfang sein wird.

 

 

Herzlich willkommen im Raum der Philosophie, der mallyrischen Gedankengemälde.

 

Im Umgang mit anderen Menschen hinterlassen wir immer unsere Spuren, die als Erinnerung im Innern der betreffenden Person haften bleiben, wie die Spuren im Sand, wenn wir in Wassernähe spazieren gehen. Und so, wie wir unsere Spuren bei anderen hinterlassen, haften die Spuren derer in uns, denen wir begegnen.

 

Nun kann man sich, wenn man mag, einen Strand vorstellen, der über und über mit fremden Spuren übersät ist. Es handelt sich nicht um irgendeinen Strand. Es ist unser Strand. Es ist der Strand, den wir, bildlich gesehen, in uns tragen. Er ist für uns von enormer Wichtigkeit, dieser Strand. Aber das hat uns bis heute niemand erzählt. Es scheint kaum jemanden zu interessieren wie bedeutsam es ist, was an diesem unseren inneren Strand passiert und wie sehr jede einzelne fremde Spur uns von uns selbst ablenkt, entfremdet und in die Irre führt.

 

Ich bin ein Spurenleser, der die Spuren die wir einander in uns hinterlassen, von allen Seiten betrachtet, nachempfindet und den Auswirkungen nachspürt, die sie prägend auf uns ausüben. Mit dem mir zur Verfügung stehenden Instument der Dichtkunst hebe ich sie auf, forme sie ungeschönt in Reime und halte sie denen vor Augen, die die Spuren im Innern ihrer Mitmenschen zurückließen ... einschließlich meiner Person.

 

Gerne würde ich davon berichten, wie sich meine Sinne an der Schönheit dieser Spuren erfreuen. Wie jede in ihrer Einzigartigkeit hin zur inneren und äußeren Freiheit strebt und die Ketten der vorherrschenden Denk- und Lebensysteme sprengt.

 

Ach, wie sehnte ich mich danach Spuren zu entdecken, deren Leuchtkraft einzig unbefleckte Liebe und Wärme ausstrahlen... unantastbar, friedlich ruhend in sich selbst. Doch musste ich angesichts der brutalen Realität, die die Menschheit selbst hervorbringt, das Sehnen, als auch das Hoffen aufgeben. Nun hoffe ich nicht mehr im Außen das zu finden, wonach ich mich innerlich sehnte. Ich begann... es in mir selbst zu entdecken.

 

Alles beginnt in uns selbst... und endet auch dort.

Warum also, überlassen wir Fremden unser Leben?

Warum fragen wir immer wieder Fremde nach nach dem Wie?

Warum fangen wir nicht damit an, unser Innerstes selbst zu erforschen?

Die Anderen wissen nur das, was sie wiederum von anderen übernommen haben. Ungeprüft!

 

Die Autoritäten sind keine Autoritäten... es sei denn, wir machen sie dazu.

Die Gurus sind keine Gurus... es sein denn, wir machen sie dazu.

Ist Gott wirklich ein Gott? Oder machen wir ihn dazu?

 

Die Hoffnung hofft ewiglich

und ewiglich schon, stirbt sie zuletzt...

genau das ist's,

was mich in Angst und Schrecken versetzt.

 

 

Fredi  M. Uhlig

Gesellschaftskritischer Dichter, Poet und Ethiker.

Schreiber ethisch-philosophischer Dichtung,

die nicht konform mit herkömmlichen Ansichten einhergeht.

Verfasser non konformer Literatur.