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Fotos von der sozialkritischen Kunstausstellung mit Lesungen
Wir bedanken uns bei dem Kunstschmied und Bildhauer Herrn Nils Winderlich. "Danke, Nils, für deinen aufwendigen und unermütlichen Einsatz." Herr Winderlich brachte es fertig, das überaus schwere Mahnmal "Im Namen des Herrn", in schwindelerregender Höhe an die Mauern des Gebäudes zu installieren (Bild links).
Auf dem linken Foto sehen Sie den Stein des Anststoßes. Das rechte Foto zeigt die erste Reaktion darauf.
Foto: Kowalke
Foto: Kowalke
Für alle geschändeten Kinder in Familien oder Heimen
hat die Aufhängung des Kowalke-Mahnmals "Im Namen des Herrn" in Kiel-Wellingdorf seine Wirkung nicht verfehlt.
Dadurch wurden Menschen aus der Andreasgemeine- Kiel-Wellingdorf erreicht, die noch nichts über die Leiden und Qualen ehemaliger Heimkinder wussten.
Wir verurteilen das nicht, zumal es unsere Absicht war, auch diese Bürger zu erreichen, um in einen Dialog mit ihnen zu treten... wenn sie wollen.
Aber: Sie wollen nicht ... Natürlich nicht ... Warum auch?
Wir möchten Aufmerksam machen, wohlwollend aufklären und nicht verurteilen und beschimpfen, weshalb ich das Antwortschreiben des Herrn Pastor Pörksen von der Andreasgemeinde Wellingdorf voranstelle
Die Antwort auf unsere Stellungnahme, zum Vorwurf der Gotteslästerung.
Lieber Herr Uhlig und lieber Herr Kowalke,
vielen Dank für Ihre Stellungnahme.
Ich bin sehr erfreut, dass Sie mit Gotteslästerung nichts im Sinn haben.
Entscheidend ist ja der Kontext, in der eine Sache steht.
Mittlerweile haben Sie offenbar ja auch ein entsprechendes Schild angebracht.
In den entsprechenden Kontext gesetzt, kann ich nachvollziehen, worum es geht.
Den Vorwurf der Gotteslästerung nehme ich hiermit zurück.
Die Installation ohne Erklärung finde ich unverständlich und den geschilderten ungünstigen Eindruck erweckend.
Ihre Öffentlichkeitsarbeit ist in der Tat an mir vorbeigegangen.
Aber nicht nur an mir: von einer ganzen Reihe von Leuten, mit denen ich Kontakt hatte, zog keiner die Verbindung zu
dem Thema Kinder in kirchlichen Heimen.
Eine Mehrheit vermutete, es ginge um einen Protest gegen Abtreibung!
Dies wäre anhand der Installation nur schwer nachzuvollziehen.
Dass Fehlverhalten und Unrecht auf der einen und Leiden und Verletzung auf der anderen Seite aufgearbeitet werden sollten,
das sehe ich allerdings auch.
Dass man gerade die Kirche dabei nicht ausnehmen sollte, ist klar.
Fehler und falsches Verhalten zuzugeben, gehört elementar zum Glauben.
"Wer seine Sünde bekennt und sie läßt, dem wird es gelingen."
(so meiner Erinnerung nach im Buch der Sprüche)
Da ich die Hintergründe dessen, was Sie anprangern, nicht kenne, darf ich mir hier kein Urteil erlauben.
Sie sehen mir hoffentlich nach, dass meine persönliche Meinung zu Ihrer Installation einstweilen trotz größerem Verständnis nicht so günstig ist.
Ihre Stellungname werde ich in meiner Gemeinde ebenso zugänglich machen wie meinen Offenen Brief.
Alles Gute, Ihr Johannes Pörksen
Artikel im -Holsteinischer Courier-
Kommentar eines Lesers aus Neumünster
Zum Artikel Eckhardt Kowalke auf der Kieler Seite vom 25.01.2012.
Der Herr Pastor Dr. Johannes Pörksen sollte seinen Mund mit weiteren
Äußerungen zum Missbrauch Jugendlicher in der evangelischen Kirche
Schleswig-Holstein sehr bedeckt halten oder seine Gleichgesinnten an
den Pranger stellen, anstatt des Kreuzes.
Angehende Pastoren und sogenannte Diakone haben sich in den 50 ziger
und 60 ziger Jahren an den Jugendlichen vergnügt und als Belohnung gab
es Prügel und Gewerbliche Arbeit woran sich die evangelische Kirche
bereichert hat. Dies sind Tatsachen und werden den Herrn Pastor Dr. J.
Pörksen zur Erinnerung an seinen Gewissen gebracht.
Immer wieder taucht im Zusammenhang mit der Aufarbeitung und Heilung
von traumatischen Kindheitserlebnissen das Stichwort " dem Täter
vergeben" auf.
Warum soll der Geschändete dem Täter sein Gewissen erleichtern. Denn
der Geschändete ist sein Leben lang gezeichnet und kann sich hiervon
nicht befreien.
R. Fuhlendorf, Neumünster
Foto: Kowalke
Zur Erinnerung:
Der Stein des Anstoßes.
Das Kowalke-Mahnmal für die ehemals geschändeten Heimkinder.
Foto: Kowalke
Die erste Reaktion
der Andreas-
gemeinde in Kiel-Wellingdorf durch Herrn Pastor Pörksen.
Die zweite Reaktion
Offener Brief an die Eheleute Petersen (Hausbesitzer) / Nils Winderlich
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Andreasgemeinde Wellingdorf Wischhofstraße 69 24148 Kiel Pastor Dr. Johannes Pörksen Pastorin Margret Pörksen Telefon: 0431/722709 |
Gemeindebüro Öffnungszeiten: Di - Fr 9:00 bis 11:30 Uhr Telefon: 0431/725183 Telefax: 0431/729370 E-Mail: buero@andreasgemeinde-wellingdorf.de Kto.-Nr.: x xxx xxx, Fördesparkasse, BLZ xxx xxx xx Homepage: www.andreasgemeinde-wellingdorf.de |
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Ehepaar Petersen / Nils Winderlich |
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| Kiel, 20.01.2012 | ||
Offener Brief zur Installation am Äußeren des ehemaligen Sparkassengebäudes
Sehr geehrtes Ehepaar Petersen und sehr geehrter Herr Winderlich, |
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Stellungnahme der Künstler Fredi M. Uhlig, Eckhard Kowalke und Gabriella Uno, zum Vorwurf der Götteslästerung.
Stellungnahme der Künstler Fredi M. Ulig
Microsoft Word Dokument [1.3 MB]
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Eckhard Kowalke hätte von diesem ganzen Vorgang nichts erfahren, wenn ich nicht zufällig auf die Homepage der Andreasgemeinde gestoßen wäre, auf der alle Briefe veröffentlicht wurden.
Offener Brief von Frau Regina Liebig an die Hausbesitzer
Sehr geehrter Herr Petersen!
Gerne hätte ich diesen Brief in anderer Form an Sie geschrieben, aber im Moment ist mir nicht danach.
Sie als Eigentümer des wunderschönen Gebäudes (alte Fördesparkasse) sind doch verantwortlich für das, was daraus gemacht wird. Wie entsetzt war und bin ich über die unsagbare Blasphemie der
Verhöhnung des christlichen Symbols an Ihrer Hauswand. Das Kreuz mit den Puppen - und der Überschrift " im Namen des Herrn " - spottet jeder Beschreibung. Ich als Christ fühle mich durch diese
Zurschaustellung beschmutzt und bin unendlich traurig darüber. Wie sehr muß es erst unsern Herrn Jesus Christus verletzen - so verhöhnt zu werden .
Künstlerische Freiheit -gut und schön - aber nicht so!
Eines aber wurde mir dadurch deutlich. Ich kann jetzt die Moslems verstehen, die durch eine Karikatur Allahs, in Dänemark auf die Barrikaden gingen. Das liegt nun nicht in der Natur des heutigen
Christentums, aber meiner Empörung darf ich doch Ausdruck verleihen.
In der Hoffnung, daß dieses Schandmal schnellstens wieder verschwindet, verbleibt mit dennoch freundlichem Gruß
Regina Liebig
Wehdenweg 32 a
Kommentar von Rainer Beuthel, Mitglied der Eckernförder Ratsversammlung
Sehr geehrte Frau Pastorin Liebig,
sehr geehrter Herr Pastor Pörksen,
in einem "offenen Brief" vom 20.01.2012 haben Sie Stellung gegen eine Kunstausstellung des Eckernförder Künstlers Eckhard Kowalke in Kiel bezogen, zu deren Vernissage Fredi Uhlig, Autor ebenfalls
aus Eckernförde, Texte vorgelesen hat.
Sie sprechen von "Gotteslästerung" und zeigen Verständnis für Moslems, "die durch eine Karikatur Allahs, in Dänemark auf die Barrikaden gingen."
Letzteres ist insofern recht interessant, daß Moslems nicht allein auf irgendwelche Barrikaden gingen, sondern an den Künstler Morddrohungen ausgesprochen haben.
Dies steht durchaus in christlicher Tradition und läßt sich durch allerlei Bibelzitate begründen.
Was den Vorwurf der "Gotteslästerung" betrifft, so begrüße ich Ihre Empörung sehr. Ohne es selbst zu merken, verschaffen Sie mit Ihrem offenen Brief der Ausstellung zusätzliche Publizität und
nutzen dadurch ihrem Anliegen.
Glaubt man denn an die Existenz eines höheren Wesens namens Gott, erscheint mir kaum eine größere Lästerung dieser Instanz denkbar als durch das was VertreterInnen der christlichen Kirchen
hierzulande Kindern und Jugendlichen im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht in Heimen angetan haben. Sie haben diesen ihren Schutzbefohlenen vielerorts und vielfach die Hölle auf Erden bereitet. Pfui
Teufel!
Deshalb möchte ich Sie bitten, falls noch nicht geschehen, auch die Presse inklusive Bildzeitung, das Regionalfernsehen, und alle nur möglichen Kanäle der Veröffentlichung zu nutzen.
Mit freundlichem Gruß
Rainer Beuthel
Eckernförde
Mitglied der Ratsversammlung
Offener Brief von Herrn Marc Tessmann an die Hausbesitzer
Marc Tessmann 21.01.2012
Wischofstrasse 8
24148 Kiel
Familie Petersen
Herr Winderlich
Wehdenweg 3
24148 Kiel
Verunglipfung des Kreuzes Jesu am alten Sparkassengebäude
Sehr geehrter Herr Winderlich,
nachdem ich am gestrigen Abend am alten Sparkassengebäude vorbei ging, welches sich Nachforschungen zufolge in Ihrem Besitz befindet, traute ich meinen Augen nicht mehr.
Mich durchfuhr ein tief sitzender Schock, ich habe derartiges bisher nur in schlechten Filmen gesehen. Das eine solch abartige sowie ekelhafte Aktion überhaupt jemand erwägt kann ich nicht
ansatzweise verstehen. Es wurde das Heilige Symbol meines Glaubens/ des Gottes meiner Ansicht nach beschmutzt.
Welcher normale Mensch kommt auf eine solche Idee?
Was soll damit gesagt werden?
"Ein Kreuz in ca. 2 Metern Höhe, an welches Babypuppen befestigt wurden die tote Babys darstellen sollen...
Damit nicht genug der Blasphemie, wurde auch noch rote Farbe (Blut) darüber gegeben mit nicht zuletzt einem Schriftzug: „Im Namen des Herrn“
Ich verabscheue dies zutiefst und bin empört, was sollen erst Kinder denken welche dort vorbei kommen? Mir selber wurde übel beim Anblick einer solchen Geschmacklosigkeit.
Denn: „Gottes Barmherzigkeit ist wundervoll. Er ist voller Güte und Gnade. Er ist das Licht, das einzig wahre Licht.“
Ich bitte Sie nicht, nein Ich fordere Sie auf dieses Blasphemische Gebilde umgehend zu entfernen.
Weitere rechtliche Schritte, sowie eine entpsrechende Anzeige behalte ich mir vor.
Ich verbleibe mit freundlichem Gruße
Marc Tessmann
Antwortschreiben von den Hausbesitzern und Niels Winderlich
Sehr geehrte Frau Liebig, sehr geehrte Frau Pastorin Pörksen,
sehr geehrter Herr Pastor Pörksen, Liebe Gemeinde Wellingdorf,
ich kann Ihre Empörung gut nachvollziehen, da ich als Christ natürlich die Bedeutung des Kreuzes für unseren Glauben kenne.
Wir haben uns lange mit der Ausstellung von Herrn Kowalke auseinander gesetzt und haben unsere Gründe, warum wir diese in unserem Hause zeigen. Herr Kowalke, selbst als Kind Opfer von Unrecht und
Misshandlungen in der Heimerziehung in christlichen Kinder und Jugendheimen, prangert mit seiner Ausstellung Gräueltaten an, die im Zeichen des Kreuzes und im Namen unserer Kirche in Deutschland
in den 50er bis 70er Jahren (also praktisch gestern) geschehen sind.
Die Installation soll Gott nicht verleumden. Sie soll aber zeigen, das im Namen unseres Herren Gräueltaten begangen wurden und das daß die eigentliche Gotteslästerung ist.
Ich sehe unsere Verantwortung, darüber zu reden, nicht die Augen zu verschließen und zur Rettung unserer Glaubwürdigkeit auch die Schuldigen anzuprangern.
Leider wird dieser Dialog nicht vorangetrieben und es scheint der Holzhammermethode zu bedürfen, um diesen nicht gänzlich verstummen zu lassen und ihn dahin zu bringen, wo er hingehört, nämlich
in die Gemeinden. Wir haben Beispiele in der Deutschen Geschichte, die uns lehren sollten nicht die Augen zu verschliessen und die Täter zu schützen sondern sie anzuklagen, auch wenn sie aus den
eigenen Reihen kommen.
Ich muss mich dafür entschuldigen, das diese Installation so ohne Erklärung in den Raum gehängt wurde. Es war eine Bitte und Auflage von uns, das der Künstler kenntlich macht, was seine
Installation bedeutet. Er hat uns zugesichert, dieses noch heute zu erledigen.
Wir würden uns freuen, wenn wir Sie und den Künstler zu einem Dialog zusammen bringen könnten, da es in keinster Weise um eine Diffamierung des Glauben und des Kreuzen geht. Lediglich die Kirche
wird angegriffen und ich hoffe Sie stimmen mit mir überein, das es für die moderne Kirche wichtig ist, sich zu diesen Gräueltaten zu bekennen, die unter ihrem Namen passiert sind und die Täter
anzuklagen. Nur so kann die Kirche weiterhin glaubwürdig unseren Glauben vertreten.
Ich bitte Sie, auch dieses Schreiben in Ihrer Gemeinde zu veröffentlichen und freue mich auf einen Dialog.
Hochachtungsvoll
N.Winderlich , Bianca und Helge Petersen
Die Antwort von Herrn Pastor Pörksen
Lieber Herr Winderlich, liebes Ehepaar Petersen
ich denke Ihnen für Ihr Schreiben von heute mittag.
Mittlerweile ist ja offenbar auch ein entsprechendes Schild angebracht worden. Dies ändert die Sachlage für mich entscheidend. In den entsprechenden Kontext gesetzt, kann ich nachvollziehen,
worum es geht. Den Vorwurf der Gotteslästerung, den die Künstler eindeutig bestreiten, nehme ich hiermit zurück.
Die Installation ohne Erklärung ist in der Tat unverständlich und erweckt den geschilderten ungünstigen Eindruck. Von einer ganzen Reihe von Leuten, mit denen ich Kontakt hatte, vermutete eine
Mehrheit, es ginge um einen Protest gegen Abtreibung, was schwer nachzuvollziehen wäre.
Persönlich finde ich die Installation trotzdem nicht gut, "Holzhammer" ist ein freundlich-treffender Ausdruck.
Kritik an der Kirche ist natürlich erlaubt und wichtig. Fehler und falsches Verhalten zuzugeben, gehört ja elementar zum Glauben. "Wer seine Sünde bekennt und sie läßt, dem wird es gelingen." (so
meiner Erinnerung nach im Buch der Sprüche)
Ihr Schreiben werde ich wie auch die Reaktion der Künstler, ebenso zugänglich machen wie meinen Offenen Brief.
Gottes Segen, liebe Grüße,
Ihr Johannes Pörksen
Wer zu der Thematik etwas sagen möchte, kann hier kommentieren.
Gesellschaftskritisch-poetisch ... Sozialkritisch-ethisch ... Selbstkritisch ...
Facettenreich ... Der inneren Entwicklung entgegen schreitend








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Kommentare: 2
Bernd aus Wellingdorf (Freitag, 27 Januar 2012 12:54)
Ich finde es extrem schade, wie man Künstler hier behandelt. Es ist offensichtlich, das dieses ganze Getue hinter dem Rücken der Künstler abgelaufen ist. Kein Wunder, das sie abgebrochen haben.Charakterstärke hat eben ihren Preis.
Bernd
alexander aus kiel (Samstag, 28 Januar 2012 11:38)
ich glaub ich bin im falschen Film, da vergehen sich die Pfaffen an wehrlosen kleinen Kindern und regen sich über künstlerische Öffentlichkeitsarbeit auf, hallooo, geht´s noch?
Also ehrlich, kein Wunder, wenn die junge Generation kein Bock mehr auf das ganze kirchliche Getue hat. Verlogener geht´s nimmer.
wird Zeit das die ollen Kirchen verschwinden!
So, das mußte mal gesagt werden
Alexander