Freischaffender Künstler

Die Dichtungen zu den Gemälden entstanden 2007.

Die Verführung ... Alles beginnt in uns selbst ... Welcher Art Spuren wir hinterlassen

Die Verführung

Gemälde: Helmut R. Klein

 

Wenn unsere suchende Blicke,

sich tief in die Herzen schau'n,

bereit,

für ihre Sehnsucht Brücken zu bau'n,

über die sich unsere Bedürfnisse in Einklang bringen...

so wird die Liebe ihre Melodie in uns singen,

wäre da nicht... die Verführung.

 

Die Versuchung lockt verlockend... die Sinne reizend.

Betörende Zuflüsterungen,

sind die Waffen des Blendwerks,

welches äußerlichen Glanz verstreut

und dabei vor nichts zurück scheut,

ihr Opfer zu benebeln.

 

Die Sinnesreize erliegen der Begierde...

die Fleischeslust verlangt nach einer Augenweide,

nach Befriedigung gierender Triebe.

 

Wohllust, Sinnesrausch, Lüsternheit, Kitzel.

Der Schrei der Gier nach Sex,

macht das Maul sabbernd.

 

Der Sinnestaumel endet in der eiskalter Ernüchterung...

soeben einen geliebten Menschen

nicht nur betrogen,

sondern auch innerlich gemordet zu haben.

 

 

Fredi  M. Uhlig

 

Alles beginnt in uns selbst ... und endet auch dort

Gemälde: Helmut R. Klein

Wenn Mütter ihre Kinder in die Sucht mitreißen

und innerlich zerrissen, nur so um sich beißen,

wenn Väter nicht mehr Väter ihrer Kinder sein woll'n

und die Kinder den Eltern keinen Respekt mehr zoll'n...

dann braucht's nicht mehr allzu lang',

bis er sich einstellt,

der Niedergang...

beginnend in uns selbst.

 

Wenn Lügner lügend die Ehrlichkeit verdrängen

und die Leichtgläubigen an den Lippen der Heuchler hängen,

wenn man die Redlichen als Dumme verlacht

und die Aufrechten höhnend zu Schuldigen macht...

dann braucht's wirklich nicht mehr allzu lang`,

bis er sich einstellt,

der Niedergang...

beginnend in uns selbst.

 

Wenn Widerlichkeit zur Normalität geworden ist

und man den Zustand von Aufrichtigkeit nicht mehr vermisst,

wenn Achtung und Respekt voreinander, den Bach runter geh'n

und wir nur auf uns selbst, anstatt auf die Not der anderen seh'n...

Dann braucht's tatsächlich nicht mehr allzu lang',

bis er sich einstellt,

der Niedergang.

Denn alles biginnt in uns selbst... und endet auch dort.

 

Fredi  M. Uhlig

 

Welcher Art Spuren wir hinterlassen

Gemälde: Helmut R. Klein

können wir erst erfassen...

sehen wir das Tun unserer Kinder an.

Bei Ihnen erkennen wir Glasklar,

welcher Art unser Streben war.

 

Spieglein, Spieglein in der Hand,

wer hinterließ friedliche Spuren

in des Lebens wüsten Sand? ...

könnte man wagen,

mutig zu hinterfragen.

 

Als ich mich ansah,

nackt und bei klarem Verstand,

sah ich die Spuren meiner Eltern

und war gekleidet... in ihrem Gewand.

 

Etwas Übernommenes hier,

etwas Übernommenes da...

Geprägtes klebte an mir,

bis in die Fußspitzen sogar.

 

Erst dacht' ich...

schnell, schnell, dusch' ihn weg, weg, weg,

den antrainierten Gewohnheitsdreck!

Doch musste ich mir bald eingesteh'n...

nur mit Wasser und Lappen,

wird's nicht heruntergeh'n.

 

Verzweifelt dachte ich nach und nach und nach,

um eine Entschuldigung zu erhaschen.

Denn ich...

ich wollte meine Hände in Unschuld waschen.

 

Doch erwies sich mein Verstand als äußerst gerissen.

Beim Denken zeigte sich:

Verdammt...

da ist ja auch noch ein Gewissen!

 

"Was hast du alles falsch getan?",

fing es mit mir zu stänkern an.

"Warum hat's dich Gestern nicht interessiert,

was Morgen mit deinen Kindern passiert?"

 

"Natürlich war's für mich von Interesse!",

schrie ich es an.

"Was glaubst du,

für wen ich die ganze Arbeit hab' getan?!"

 

"Ja, mein Lieber, genau das ist die Frage",

sprach's leis', dass Gewissen

und dacht' bei sich:

"Wahrlich... bin kein sanftes Ruhekissen,

für nicht wahrhabenwollende Egoisten."

 

Fredi  M. Uhlig

 

 

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